

St. Pölten. Die HTL St. Pölten wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend Innovativ“ bereits zum zweiten Mal zur „Innovativsten Schule Niederösterreichs“ ausgezeichnet. Die Ehrung unterstreicht die hohe Innovationskraft der Schülerinnen und Schüler sowie die große Bandbreite an zukunftsorientierten Projekten, die an der HTL St. Pölten entwickelt werden.
Das Spektrum der österreichweit ausgezeichneten und eingereichten Projekte reicht von Design und nachhaltigen Materialien über Digitalisierung und Medizintechnik bis hin zu Robotik und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Besonders überzeugen konnte das Projekt „Inklusionssportgerät“ in der Kategorie Design.
Immer mehr Menschen trainieren regelmäßig im Fitnessstudio. Für Menschen im Rollstuhl sind viele herkömmliche Trainingsgeräte jedoch kaum oder gar nicht nutzbar. Genau hier setzten Tobias Fehringer, Konstantin Doleschal und Niklas Eichinger mit ihrer Diplomarbeit in der Abteilung Maschinenbau an.
Unter der Betreuung von Michael Bauchowitz im Ausbildungsschwerpunkt Maschinenbau - Industriedesign entwickelten die drei Schüler ein Krafttrainingsgerät, das vollständig aus dem Rollstuhl heraus bedient werden kann.
Dem eigentlichen Konstruktionsprozess ging eine intensive Recherche voraus. Über das Rehatechnik-Unternehmen Bständig knüpfte das Projektteam Kontakte zu einem Rehatechniker sowie zu zwei Rollstuhlfahrern, die selbst als Trainer tätig sind. Die Schüler begleiteten Trainingseinheiten, testeten einen herkömmlichen Kabelturm aus dem Rollstuhl und führten Gespräche mit einem Physiotherapeuten und Ergotherapeutinnen.
„Wir wollten nicht nur theoretisch überlegen, was funktionieren könnte, sondern direkt mit den betroffenen Menschen sprechen und ihre Erfahrungen in die Entwicklung einfließen lassen“, so das Projektteam.
Das Ergebnis ist ein Kabelturm mit integrierter Brustpresse, der ein umfassendes Oberkörpertraining direkt aus dem Rollstuhl ermöglicht. Besonderes Augenmerk legten die Schüler auf eine einfache und selbstständige Bedienung.
Für die Fixierung des Rollstuhls wurden drei unterschiedliche Konzepte entwickelt. Die finale Lösung kombiniert Reifenanschläge und Polster und kommt ohne Werkzeug oder Gurte aus. Sie lässt sich rasch anpassen und ist mit den meisten Aktivrollstühlen kompatibel.
Auch bei der Digitalisierung setzt das Projekt neue Maßstäbe: Das Trainingsgewicht kann per Knopfdruck eingestellt werden. Ein digitales Interface zeigt unter anderem den Trainingsplan, den persönlichen Fortschritt sowie das Widerstandsprofil der jeweiligen Übung in Echtzeit.
Das entwickelte CAD-Modell zeigt, dass das Konzept technisch umsetzbar ist. Eine Weiterentwicklung des Geräts und eine mögliche Unternehmensgründung sind bereits geplant.
Für HTL-Direktor DI Martin Pfeffel ist die Auszeichnung vor allem eine Anerkennung der vielfältigen Leistungen der Schülerinnen und Schüler:
„Die HTL St. Pölten zeichnet sich durch die Einreichung zahlreicher hochinnovativer Projektideen ihrer Schülerinnen und Schüler aus. Daher ist der Erfolg und die Auszeichnung unserer Schule der Vielzahl an Projekten zu verdanken.“
Neben dem Inklusionssportgerät waren auch Schülerinnen und Schüler der Abteilung Wirtschaftsingenieure beim Wettbewerb erfolgreich. Mit ihrer Junior Company INUA – Interior | Upcycling | Art konnten sie in den Kategorien Science und Design überzeugen. Betreut von Manuel Brandl entwickelten die Schülerinnen und Schüler innovative Wohnaccessoires, bei denen modernes Design mit Handwerk, Materialinnovation und Nachhaltigkeit verbunden wird.
INUA setzt gezielt auf die Verwendung von Reststoffen wie Holzresten und Eierschalen. Durch innovative Verarbeitungstechniken entstehen daraus regionale und individuell gestaltete Produkte.
Zum Sortiment zählen unter anderem dekorative Schmuckschalen aus Biokeramik sowie personalisierbare Lampen aus Holz und Acryl. Die Junior Company zeigt damit, wie sich Nachhaltigkeit, Kreativität und unternehmerisches Denken miteinander verbinden lassen.
Die neuerliche Auszeichnung als „Innovativste Schule Niederösterreichs“ macht deutlich: An der HTL St. Pölten wird Innovation nicht nur unterrichtet, sondern von den Schülerinnen und Schülern entwickelt, konstruiert und praktisch umgesetzt.

Das Team von INUA: Fotocredit INUA